Krebs und… Fatigue

Krebs und Fatigue

Beim chronischen Fatigue Syndrom (CFS) entstehen schwere Erschöpfungszustände, die auch durch Pausen nicht besser werden. Körperliche und geistige Aktivitäten, die über die eigene Belastungsgrenze hinaus gehen, können den Zustand sogar verschlechtern. Hinzu kommen oft Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Kreislaufschwäche.
Wie das Syndrom entsteht, ist bisher leider nicht genau bekannt. Syndrom bedeutet aber immer, dass es eine Ansammlung verschiedener Symptome sein können, die aber bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Wie Fatigue sich für mich angefühlt hat

Fatigue war auch für mich ein großes Thema. Wenn es dir anfangs nach der Runde um den Block so den Boden unter den Füssen wegzieht, dass du erstmal ne Stunde schlafen musst, ist das schon erschreckend. Man ist ja vermeintlich wieder gesund, Warum legt sich denn da immer noch in unregelmäßigen Abständen der Schalter um, und nichts geht mehr?

Auch dieses Gefühl im Körper, das sich für mich nach Kribbeln und unglaublicher Schwere angefühlt hat, musste ich erst lernen einzuordnen. Und konzentriertes Nachdenken geht, wenn die Erschöpfung gerade wieder da ist, gar nicht mehr.
Das, was mir in dem Moment nur noch hilft, ist hinlegen und an die Decke starren, bis die Erschöpfung vorbei geht. Irgendwann (manchmal nach 10 Minuten, manchmal nach einer Stunde) legt sich der Schalter wieder um, und es geht wieder weiter wie vorher. Auch wieder ganz anders also, als die Erschöpfung, die man sonst früher von anstrengenden Aktivitäten kannte.

Was mir hilft

Auch heute habe ich noch damit zu tun. Aber es ist viel, viel seltener geworden. Ich habe nämlich einige Sachen für mich entdeckt, die mir beim Umgang mit dem Fatiguesyndrom helfen:

  • Coping-Strategien erlernen (dh. eigene Belastungsgrenzen erkennen und drunter bleiben (!) und dann im Laufe der Zeit immer wieder neu nach justieren)
  • sanfte, ruhige Bewegung (bei mir war es Yoga, aber es kann auch der kurze Spaziergang im Wald oder Tai-Chi o.ä. sein)
  • ausgewogene, nährende Ernährung und Vitaminstatus checken lassen (u.a. Vitamin D, Selen, Eisen, Vit B12 und B6 etc.)
  • Physiotherapie/Lymphdrainage zur Entstauung, Entschlackung und für mehr Mobilität
  • Entspannungstechniken lernen (aktiv zB. Meditation oder Muskelrelaxation nach Jacobsen und passiv zB. Massagen oder Akupunktur)

Und dann wie immer: dem Ganzen Zeit geben. Schritt für Schritt kann man lernen, mit allem besser umzugehen, so dass es weniger Raum im Leben einnimmt.

Deine Anjuna

Hi, ich bin Anjuna

Meine eigene Krankheitsgeschichte hat mich dazu bewegt, mich dafür einzusetzten, dass es Menschen mit Krebserfahrung leichter fällt, zurück in ein Leben nach Krebs zu finden.
Als langjährig tätige Physiotherapeutin und angehende Psychoonkologin gebe ich mein ganzes Wissen und Erfahrung in individuellen, ganzheitlichen Behandlungen weiter. Damit es dir körperlich und mental wieder besser geht.

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