Krebs und… Selbstfürsorge

Durch meine Arbeit führe ich viele Gespräche mit Krebspatienten. Und immer wieder höre ich folgenden Satz: “Ich hab mich vorher immer sehr viel um andere gekümmert. Durch die Krebserkrankung lerne ich, mich selbst mal zu priorisieren.”

Dass Jede*r von uns liebend gerne auf diese Erfahrung verzichtet hätte, steht, glaube ich, außer Frage. Dennoch gibt dieser gedrückte Pausenknopf uns die Chance mal zu schauen, wo wir uns vielleicht anders aufstellen wollen.
Gehen wir denn schon wirklich gut mit uns selbst um? Können wir Nein sagen? Nehmen wir uns Zeit für Pausen und Nichts-Tun? Was und wer tut mir gut? Und was eher nicht?

Fragen, die wir uns im Alltag oft nicht stellen


Während und vor allem nach so einem einschneidenden Erlebnis ist aber Zeit für genau diese Fragen. Weil ja eh alles auf Reset steht. Da wär’s doch schöner, wenn das Wiederaufbauen bewusst geschieht.
Selfcare heißt also nicht unbedingt, dass alle Yoga machen und Tee trinken sollen (was ich übrigens beides gerne tue). Es heisst viel mehr, schauen, was die eigenen Ressourcen sind. Was einem Energie gibt, und was zieht. Wie ich mein Leben 2.0 ganz aktiv gestalten will, damit es meinen ganz eigenen Wünschen entspricht.

Dabei darf man sich selbst dann schon auch mal an erste Stelle stellen. Und damit meine ich nicht, keine Verantwortung mehr zu übernehmen. Viele Rollen müssen und wollen wir ja auch danach noch erfüllen. Aber übernimm eben auch Verantwortung für dein eigenes Wohlbefinden, in dem Maße wie es dir möglich ist. Du bist es wert.

Deine Anjuna

Hi, ich bin Anjuna

Meine eigene Krankheitsgeschichte hat mich dazu bewegt, mich dafür einzusetzten, dass es Menschen mit Krebserfahrung leichter fällt, zurück in ein Leben nach Krebs zu finden.
Als langjährig tätige Physiotherapeutin und angehende Psychoonkologin gebe ich mein ganzes Wissen und Erfahrung in individuellen, ganzheitlichen Behandlungen weiter. Damit es dir körperlich und mental wieder besser geht.

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