Krebs und… Narben

Narben

Es gibt eine Zeit der Unversehrtheit – und eine danach. Wenn man für eine Weile die Kontrolle abgeben muss und (im wahrsten Sinne des Wortes) ein Einschnitt kommt, dann ist da plötzlich eine Narbe. Sichtbar oder verborgen. Auf der Haut oder in der Tiefe des Körpers.

Sie markiert den Moment, an dem sich das Leben verändert hat. Für viele Menschen, die eine Krebserkrankung erlebt haben, ist eine Narbe weit mehr als nur ein medizinisches Nebenprodukt. Sie ist ein Symbol. Für Überleben. Für Verlust. Für Stärke. Für Schmerz. Für Neubeginn.

Wenn der Körper Geschichten erzählt

Narben sind wie Kapitel in unserem Buch des Lebens. Sie erzählen davon, was war – aber auch davon, was wir schon überstanden haben. Manche tragen sie mit stolz, andere kaschieren sie lieber und würden sie am liebsten vergessen. Beides ist okay. Oft sind es auch widersprüchliche Gefühle, die man mit einer Narbe in Verbindung bringt: Dankbarkeit, das man noch lebt und die Medizin so weit ist. Schmerz über das, was verloren ging. Wut, Scham, Mut, Vertrauen … die Liste ist lang.

Körperarbeit als Weg zur Annahme

Berührung, Atmung, Narbenmassage, sanfte Mobilisation – das sind ein paar der Möglichkeiten, um wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. In der physiotherapeutischen Arbeit kombiniere ich gerne verschiedene Methoden. Denn es geht nicht nur um Spannung lösen oder Beweglichkeit zurück zu gewinnen. Es geht auch darum, sich wieder im eigenen Körper Zuhause zu fühlen.

Gerade Narbengewebe kann mit Zuwendung wieder weicher werden. Hier zeige ich dir, wie du deine Narbe selbst behandeln kannst.

Anleitung zur Narbenmassage

  • Benutze eine fetthaltige Salbe oder Creme (zB. Ringenblumensalbe, Vaseline oder Narbensalbe)
  • Die Narbe muss abgeheilt sein, d.h. frei von Schorf
  • Beginne mit sanfter Berührung rund um die Narbe
  • Wenn es dir unangenehm ist, benutze einen Waschlappen oder eine weiche Bürste
  • Anschließend wird die Narbe mit kleinen, kreisenden Bewegung mobilisiert
  • Bewege deine Kreise dabei immer auf die Narbe zu
  • Wenn das Gewebe weicher und schmerzfreier wird, kannst du den Druck erhöhen
  • Je öfter du deine Narbe behandelst, umso unempfindlicher wird sie
  • Höre aber auf deine Körpersignale und übe nur soviel Druck aus, wie es sich gut anfühlt

Wenn du dir unsicher bist oder Fragen hast, kannst du mich immer gerne kontaktieren.

Alles Liebe,

Anjuna

Hi, ich bin Anjuna

Meine eigene Krankheitsgeschichte hat mich dazu bewegt, mich dafür einzusetzten, dass es Menschen mit Krebserfahrung leichter fällt, zurück in ein Leben nach Krebs zu finden.
Als langjährig tätige Physiotherapeutin und Psychoonkologin gebe ich mein ganzes Wissen und Erfahrung in individuellen, ganzheitlichen Behandlungen weiter. Damit es dir körperlich und mental wieder besser geht.

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