Krebs und… Yoga

Yoga und Krebs

von Bea Niedoresow

Yoga bei Krebs – Achtsamkeit und Resilienz für Betroffene

Die Diagnose Krebs stellt eine enorme Herausforderung dar, die nicht nur mit körperlichen Veränderungen, sondern auch mit psychischen Belastungen wie Ängsten, Unsicherheiten und Sorgen einhergeht. Zudem sind Nebenwirkungen wie z.B. Fatigue, Schlafstörungen und Schmerzen häufige Begleiterscheinungen der Krebstherapie. Studien zeigen, dass Yoga viele dieser Beschwerden effektiv lindern und die Lebensqualität steigern kann. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass Yoga kein Heilmittel für Krebs ist, sondern als ergänzende Methode in der integrativen Medizin zu betrachten ist.

Was bedeutet es, mit Krebs zu leben?

Krebs ist nicht nur eine körperliche Krankheit, sondern bringt vor allem tiefgreifende emotionale Belastungen mit sich. Ängste, Sorgen um die Zukunft und das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper verloren zu haben, sind häufige Reaktionen. Diese emotionalen Herausforderungen können den Umgang mit der Krankheit erschweren. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Körper, Geist und Seele umfasst, ist für Betroffene hilfreich. Hier kann Yoga die konventionelle Medizin ergänzen.

Wie Yoga bei Krebs helfen kann

Yoga verbindet Körper, Geist und Seele und kann Krebsbetroffene auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen:

  • Achtsamkeit und Selbstfürsorge
:
    Yoga fördert Achtsamkeit, indem es Menschen hilft, bewusst im Moment zu leben und eigene Bedürfnisse aufrichtig wahrzunehmen. Durch gezielte Atemtechniken, wie z.B. der tiefen Bauchatmung und sanften Bewegungsabläufen wird der Körper gestärkt und der Geist beruhigt. Die Praxis der Selbstfürsorge hilft Betroffenen ihren Körper bewusster wahrzunehmen und sich selber freundlicher und wohlwollender zu begegnen.
  • Förderung von Resilienz
:
    Eine regelmäßige Yogapraxis kann die Resilienz stärken – die Fähigkeit, mit Stress und Krisen besser umzugehen. Yoga hilft, das Nervensystem zu beruhigen und das emotionale Gleichgewicht zu stabilisieren, was insbesondere für Menschen mit Krebserfahrung von großer Bedeutung ist. Durch die bewusste Verbindung von Atem und Bewegung können Betroffene lernen, mit den psychischen und physischen Belastungen der Krankheit und der Behandlung gelassener umzugehen. Yoga unterstützt dabei, eine positive Haltung zu entwickeln und die Fähigkeit zu stärken, schwierige Situationen zu meistern, wodurch das emotionale Wohlbefinden gefördert wird.
  • Steigerung der Selbstwirksamkeit durch Nebenwirkungsmanagement
:
    Yoga stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit, indem es Menschen mit Krebs ermöglicht, wieder Kontrolle über ihren Körper und ihre Reaktionen zu erlangen. Durch Atemübungen, sanfte Asanas und Meditationstechniken lernen Betroffene, besser mit den Nebenwirkungen ihrer Therapie umzugehen. Insbesondere bei Beschwerden wie Erschöpfung (Fatigue) bietet Yoga eine wertvolle Unterstützung, da es helfen kann, die körperliche Energie (Prana) zu steigern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Yoga trägt somit nicht nur zur Linderung von körperlichen Symptomen bei, sondern hilft auch, das Vertrauen in die eigenen Kräfte zu stärken und das Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung zurückzugewinnen

Die Bedeutung der Praxis als Lehrerin

Als Yogalehrerin für Menschen mit Krebs ist es wichtig, den Teilnehmern einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie sich auf ihre eigenen Bedürfnisse konzentrieren können. Der Unterricht wird individuell angepasst, da Betroffene unterschiedliche körperliche und emotionale Bedürfnisse haben. Es geht nicht um Leistung, sondern darum, dem Körper das zu geben, was er im Moment braucht.

Fazit

Yoga ist eine wertvolle Unterstützung für Menschen mit Krebs. Es fördert Achtsamkeit, stärkt die Resilienz und steigert die Selbstwirksamkeit. Darüber hinaus hilft es, Nebenwirkungen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. In Kombination mit konventioneller Medizin und anderen therapeutischen Maßnahmen kann Yoga einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden von Menschen mit Krebs leisten. Durch die Praxis finden Betroffene wieder zu sich selbst, entdecken ihre innere Stärke und erfahren inmitten der Krankheit mehr Ruhe und Gleichgewicht.

„Als Yogalehrerin für Menschen mit Krebs ist es wichtig, den Teilnehmern einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie sich auf ihre eigenen Bedürfnisse konzentrieren können.
Der Unterricht wird individuell angepasst, da Betroffene unterschiedliche körperliche und emotionale Bedürfnisse haben. Es geht nicht um Leistung, sondern darum, dem Körper das zu geben, was er im Moment braucht.“

– Bea niedoresow, yogalehrerin für menschen mit krebs

Mehr über die Autorin:

Bea ist seit vielen Jahren Yogalehrerin und hat sich intensiv mit dem Thema Krebs beschäftigt und fortgebildet. Sie begleitet seit 2022 Menschen mit Krebserkrankung/-erfahrung auf ihrem Yogaweg.

Ihre Webseite: www.bea-yoga.de

Hi, ich bin Anjuna

Meine eigene Krankheitsgeschichte hat mich dazu bewegt, mich dafür einzusetzten, dass es Menschen mit Krebserfahrung leichter fällt, zurück in ein Leben nach Krebs zu finden.
Als langjährig tätige Physiotherapeutin und Psychoonkologin gebe ich mein ganzes Wissen und Erfahrung in individuellen, ganzheitlichen Behandlungen weiter. Damit es dir körperlich und mental wieder besser geht.

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Krebs und… Bewegung

Krebs und… Bewegung

Krebs und Bewegung: Wie körperliche Aktivität helfen kann Menschen, die mit Krebs konfrontiert sind, stehen vor zahlreichen Herausforderungen - körperlich und emotional. Neben den medizinischen Behandlungen spielen auch alternative Therapien eine wichtige Rolle, um...

mehr lesen
Krebs und… Sexualität

Krebs und… Sexualität

Wenn man Diagnose Krebs bekommt, ist erstmal nichts mehr, wie es war.Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Partnerschaft und Sexualität oft beeinträchtigt sind. Es spielen viele Faktoren bei diesen Themen mit. Die Ursachen sind vielfältig. Stress, Angst und Sorge...

mehr lesen
Krebs und… Menopause

Krebs und… Menopause

Durch die Entnahme meiner beiden Eierstöcke bin ich mit 36 in die Wechseljahre katapultiert worden. Es hat tatsächlich nur 2-3 Tage gedauert, bis ich heftige Symptome entwickelt habe. Wenn man vorher von der Menopause hört, denkt man eigentlich erstmal nur an...

mehr lesen